Die langjährige Debatte zwischen strenger, hochorganisierter Erziehung („Typ A“) und entspannten, unstrukturierten Erziehungsstilen („Typ B“) hat einen neuen Konkurrenten: den „Typ C“-Elternteil. Dieser Ansatz, der sowohl bei Experten als auch bei Eltern Anklang findet, priorisiert „gut genug“ vor Perfektion und erkennt an, dass Kinder in unterstützenden Umgebungen gedeihen, nicht in perfekt optimierten Umgebungen.
Was macht ein Typ-C-Elternteil aus?
Bei der Elternschaft vom Typ C geht es nicht darum, die Struktur ganz aufzugeben; Es geht darum, unrealistische Erwartungen bewusst zu lockern. Es erkennt an, dass das Leben selten wie geplant verläuft und dass emotionale Bindungen oft schwerer wiegen als starre Zeitpläne. Wie Susan Groner, Gründerin von The Parenting Mentor, erklärt: „Das Abendessen kann zwar geplant werden, aber wenn ein Kind einen Nervenzusammenbruch hat, steht die Verbindung an erster Stelle.“ Das bedeutet, einer Umarmung Vorrang vor einer makellos sauberen Küche zu geben oder ein Kind seinen Hausaufgabenblock auswählen zu lassen, um seine Unabhängigkeit zu fördern.
Das Grundprinzip ist emotionale Präsenz und Intentionalität – die Erziehung belastbarer Kinder ohne den Druck einer fehlerfreien Umsetzung. Kristene Geering, eine Erziehungstrainerin, beschreibt es als das Erreichen der „Goldlöckchen-Zone“ zwischen Kontrolle und Freiheit.
Wie unterscheidet es sich von Typ A und B?
Das Aufkommen von „Typ C“ spiegelt eine wachsende Unzufriedenheit mit den Extremen traditioneller Erziehungsstile wider. Typ-A-Eltern sind sehr strukturiert und ergebnisorientiert und legen oft Wert auf Optimierung über alles andere. Typ-B-Eltern sind zwar flexibel und gelassen, ihnen fehlt jedoch manchmal der nötige Rahmen, um ihnen konsistente Anleitung zu geben.
Elternschaft vom Typ C versucht, diese Lücke zu schließen. Während Typ A zu Starrheit und unrealistischen Anforderungen führen kann und Typ B zu einem Mangel an klaren Erwartungen führen kann, ermöglicht Typ C sowohl Routine als auch Flexibilität. Beispielsweise könnte ein Typ-C-Elternteil davon ausgehen, dass die Hausaufgaben bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt sind, wird jedoch eine Neubewertung vornehmen, wenn das Kind überfordert ist, anstatt die Einhaltung zu erzwingen.
Die Vorteile einer „gut genug“-Erziehung
Die Vorteile dieses Ansatzes gehen über die reine kindliche Entwicklung hinaus:
- Reduzierter elterlicher Burnout: Elternschaft vom Typ C fördert Selbstmitgefühl und verringert den Druck, „alles zu tun“.
- Erhöhte Belastbarkeit: Indem Eltern Unvollkommenheit modellieren, helfen sie ihren Kindern, mit Misserfolgen umzugehen und ihre Emotionen zu regulieren.
- Stärkere emotionale Sicherheit: Konsistente Grenzen in Kombination mit Flexibilität schaffen eine Umgebung, in der sich Kinder sicher fühlen, Fehler zu machen.
- Realistische Erwartungen: In einer Welt voller idealisierter Elternbilder bietet Typ C eine nachhaltige Alternative.
Wie Geering betont, ist dieses Modell nicht ganz neu – es steht in enger Verbindung mit der „autoritativen Erziehung“, von der Untersuchungen immer wieder zeigen, dass sie zu besseren Ergebnissen führt. Der Schlüssel liegt darin, Unvollkommenheit zu akzeptieren und Kindern beizubringen, dass Wert nicht an Leistung gebunden ist.
Mögliche Nachteile und Missverständnisse
Die größte Herausforderung besteht darin, sich mit Unsicherheit zufrieden zu geben. Für Eltern, die an starre Strukturen gewöhnt sind, kann es schwierig sein, die Kontrolle loszulassen. Manche interpretieren Typ C möglicherweise auch fälschlicherweise als freizügige Erziehung. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass es immer noch Grenzen gibt; Sie werden einfach mit mehr Einfühlungsvermögen und Flexibilität durchgesetzt.
Wie Allison McQuaid, eine lizenzierte professionelle Beraterin, anmerkt, mögen manche es als „nicht fürsorglich“ empfinden, aber Typ-C-Eltern ziehen die Konsequenzen durch und pflegen gleichzeitig die Beziehung. Es geht darum, Grenzen durchzusetzen, ohne Situationen zu Krisen eskalieren zu lassen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Typ-C-Ansatz einen pragmatischen und nachhaltigen Weg zur modernen Elternschaft bietet. Es geht darum, ein Gleichgewicht zwischen Struktur und Freiheit, Perfektion und Akzeptanz zu finden und letztendlich ein förderndes Umfeld zu schaffen, in dem sich Kinder entfalten können – nicht weil alles makellos ist, sondern weil sie sich sicher, gesehen und unterstützt fühlen.

























