Die diesjährige Grippesaison: Warum es sich schlimmer anfühlt (und was Ärzte sagen)

3

Die Grippe macht die Runde und viele Menschen berichten von Symptomen, die sich schwerwiegender anfühlen als gewöhnlich. Von anhaltender Stauung bis hin zu kräftezehrenden Gliederschmerzen – in den sozialen Medien wimmelt es von Berichten über längere, schwerwiegendere Erkrankungen. Aber ist diese Wahrnehmung real oder spielt etwas anderes eine Rolle? Hier erfahren Sie, was medizinische Experten darüber sagen, warum sich diese Grippesaison anders anfühlt.

Erhöhte Grippefälle: Die Zahlen sagen die Geschichte

Die Daten des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) bestätigen, dass die Grippefälle in diesem Jahr deutlich gestiegen sind. Bisher gab es in den USA mindestens 15 Millionen Fälle, verglichen mit 9,1 Millionen zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Dieser Anstieg der Infektionen führt natürlich dazu, dass mehr Menschen krank werden, und es ist logisch, dass eine erhöhte Exposition dazu führen würde, dass sich die Grippe weiter ausbreitet.

Der dominierende Stamm: H3N2 und warum es wichtig ist

Die diesjährige Grippesaison wird vom Influenza-A-Stamm, insbesondere H3N2, dominiert. Experten stellen fest, dass Influenza-A-Saisons tendenziell schwerwiegender sind als die von Influenza B dominierten. Der H3N2-Subtyp ist dafür bekannt, schwerwiegendere Erkrankungen zu verursachen, obwohl dies nicht unbedingt bedeutet, dass die Symptome in jedem Fall schlimmer sind. Der Schweregrad wird anhand von Krankenhausaufenthalten, Besuchen in der Notaufnahme und Todesfällen gemessen, nicht nur daran, wie schlecht sich jemand fühlt.

Impfung und Vorinfektion: Die Abwehr Ihres Körpers

Auch wenn der Grippeimpfstoff nicht perfekt gegen den dominanten H3N2-Stamm passt, betonen Ärzte, dass er dennoch Schutz bietet. Der Impfstoff verringert die Schwere der Erkrankung, hält Menschen vom Krankenhausaufenthalt fern und senkt das Sterberisiko. Bei geimpften Personen treten im Allgemeinen mildere Symptome auf und die Genesung erfolgt schneller.

Auch eine frühere Grippeinfektion stärkt die Immunität. So wie die Genesung von COVID-19 den Schutz vor künftigen Infektionen stärken kann, kann ein kürzlich aufgetretener Grippefall dazu führen, dass Folgeerkrankungen weniger schwerwiegend werden.

Wahrnehmung vs. Realität: Warum es sich schlimmer anfühlt

Experten vermuten, dass die Wahrnehmung einer schlimmeren Grippesaison teilweise auf Aktualitätsfehler zurückzuführen sein könnte. Der Virus, den Sie zuletzt hatten, fühlt sich oft wie der schlimmste an, den Sie je erlebt haben. Die zunehmende Diskussion über die Grippe in den sozialen Medien und in täglichen Gesprächen trägt wahrscheinlich zu diesem Gefühl bei. Wenn mehr Menschen darüber reden, krank zu sein, kann das den Eindruck verstärken, dass diese Saison besonders schlimm ist.

So schützen Sie sich: Einfache Schritte, die funktionieren

Wenn Sie die Grippe in diesem Winter vermeiden oder abschwächen möchten, empfehlen Experten Folgendes:

  • Lassen Sie sich impfen: Es ist noch nicht zu spät. Der Impfstoff verringert den Schweregrad, auch wenn er die Infektion nicht verhindert.
  • Achten Sie auf gute Hygiene: Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mindestens 20 Sekunden lang mit Seife und warmem Wasser. Verwenden Sie Händedesinfektionsmittel, wenn keine Seife verfügbar ist.
  • Erwägen Sie eine Maskierung: Masken sind äußerst wirksam bei der Verhinderung der Ausbreitung von Atemwegsviren, insbesondere bei der Grippe als bei COVID-19.
  • Abstand wahren: Beschränken Sie den engen Kontakt mit anderen, insbesondere in Innenräumen.
  • Gesundheit priorisieren: Schlafen Sie ausreichend, trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, ernähren Sie sich gut und bewältigen Sie Stress, um Ihr Immunsystem zu stärken.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die diesjährige Grippesaison zwar tatsächlich aktiver ist, die erhöhte Wahrnehmung des Schweregrads jedoch wahrscheinlich auf eine Kombination aus höheren Fallzahlen, dem dominanten H3N2-Stamm und der Art und Weise, wie wir über Krankheiten sprechen, zurückzuführen ist. Vorbeugende Maßnahmen sind nach wie vor die beste Möglichkeit, sich zu schützen und die Ausbreitung der Grippe einzudämmen.