Ein viraler TikTok-Trend macht sich über die Make-up-Entscheidungen republikanischer Frauen lustig und behauptet, dass sie die Grundierung schlecht auftragen, Wimperntusche verklumpen und zu matte Looks bevorzugen. Der von der Komikerin Suzanne Lambert ins Leben gerufene Trend hat Hunderte von Videos unter dem Hashtag #republicanmakeup hervorgebracht, die oft auf Persönlichkeiten wie Karoline Leavitt, Kristi Noem und Marjorie Taylor Greene abzielen. Aber ist das eine echte ästhetische Entscheidung oder einfach nur eine Gelegenheit für Online-Hohn?
Die Wahrnehmung eines ausgeprägten „konservativen“ Aussehens
Einige Visagisten sind sich einig, dass es einen bestimmten Stil gibt. Kriss Blevens, der mit Politikern aus allen Bereichen zusammengearbeitet hat, beschreibt den Look als „leicht matt“ mit „bronzierter Qualität“, der die Gesichtszüge hervorheben soll. Allerdings führt Blevens wahrgenommene Mängel auf Benutzerfehler zurück – schlechte Mischung oder nicht übereinstimmende Farben – und nicht auf einen bewussten Stil. Michelle Phillips, eine weitere Make-up-Künstlerin, die sowohl auf dem Nationalkongress der Republikaner als auch der Demokraten gearbeitet hat, vermutet, dass der Look mit dem Branding zusammenhängt: Konservative Fernsehsender bevorzugen gewagtere Make-up-Stile. Leah Greene, die an Fox News-Moderatoren und demokratischen Kandidaten gearbeitet hat, weist darauf hin, dass Liberale manchmal ausdrücklich verlangen, nicht in einer Weise gestylt zu werden, die der Ästhetik von Fox News ähnelt.
Jenseits der Politik: Universelle Make-up-Fehler
Trotz der parteiischen Darstellung argumentieren viele Make-up-Künstler, dass schlechtes Mischen und verkrustete Foundation nicht nur Konservativen vorbehalten seien. Natalie Hayes weist darauf hin, dass Politiker, unabhängig von ihrer Partei, schlechte Tage haben können, und führt Beispiele von beiden Seiten des Ganges an. Angella Theriault lehnt die Idee eines „republikanischen Make-up-Looks“ insgesamt ab und argumentiert, dass gute Kunstfertigkeit auf individuelle Merkmale und nicht auf politische Zugehörigkeit eingehen sollte.
Der Homogenitätsfaktor
Theriault weist darauf hin, dass die Fokussierung des Trends auf weiße Frauen die demografische Zusammensetzung der Republikanischen Partei widerspiegelt, in der es an Rassenvielfalt mangelt. Sie stellt fest, dass die meisten sichtbaren Persönlichkeiten innerhalb der Partei weiß sind, was zu einer wahrgenommenen Einheitlichkeit im Erscheinungsbild führt. Die implizite Kritik des Trends bezieht sich nicht nur auf Make-up-Fähigkeiten, sondern auch auf die begrenzte Repräsentation der Partei.
Beim Make-up-Trend „Konservative Mädchen“ geht es weniger um eine bewusste Ästhetik als vielmehr um die Schnittstelle zwischen Politik, Markenbildung und der oft harten Realität der Online-Kontrolle. Egal, ob es sich um eine schlechte Mischung, eine nicht übereinstimmende Grundlage oder einen Mangel an Vielfalt handelt, der Witz deutet letztendlich eher auf umfassendere kulturelle Muster als auf individuelle Fehler hin.

























