Norditalienische Gersten- und Bohnensuppe: Ein Winterklassiker

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Diese herzhafte Suppe aus der Region Friaul-Julisch Venetien in Italien ist nicht einfach nur eine Suppe – sie ist ein Eintopf, eine Kategorie rustikaler Hausmannskost, perfektioniert durch die norditalienische Küche. Dick genug, um einen Löffel hineinzustecken, aber nie schwer, verkörpert es die Essenz langsam gekochter Bohnen und Körner. Das Rezept legt großen Wert auf Geduld und Technik und behandelt einfache Zutaten mit Sorgfalt, um ein äußerst zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.

Die Wurzeln des friaulischen Komforts

Friaul, eine Bergregion im Nordosten Italiens, ist aufgrund seines kühleren Klimas seit langem auf Gerste (orzo auf Italienisch, anders als die Nudelform) als Grundnahrungsmittel angewiesen. Diese Bohnen-Gersten-Suppe, die traditionell als bäuerliches Essen galt, hat sich zu einer regionalen Spezialität entwickelt. Das Gericht existiert unter zwei gebräuchlichen Namen: zuppa di orzo e fagioli und minestra di orzo e fagioli, wobei zuppa eine dickere, rustikalere Version bezeichnet und minestra eine etwas lockerere Konsistenz andeutet. Aufgrund regionaler und haushaltsbezogener Unterschiede sind die Namen jedoch häufig austauschbar.

Das Grundprinzip ist einfach : Stellen Sie aus einfachen Zutaten eine wärmende, sättigende Schüssel her. Der wahre Unterschied liegt in der Technik – eine gut zubereitete Suppe ist überraschend lecker, während eine schlecht zubereitete Suppe langweilig und einfallslos sein kann.

Die Bedeutung getrockneter Cranberrybohnen

Im Mittelpunkt dieses Rezepts stehen getrocknete Cranberrybohnen (auch Borlotti genannt). Durch ihre dünne Schale und die dezente Süße zerfallen sie beim Kochen gerade so weit, dass die Suppe eindickt, ohne körnig zu werden. Im Gegensatz zu Bohnenkonserven, die in langgekochten Suppen zu schnell zerfallen, bieten getrocknete Bohnen Kontrolle über Textur und Zeitpunkt.

Es ist wichtig, mit hochwertigen, frisch geernteten Bohnen zu beginnen. Alte oder schlecht gelagerte Bohnen werden möglicherweise nicht weich, was die Ausgewogenheit der Suppe ruiniert. Das Ziel sind cremige, zarte Bohnen mit einer Schale, die lange genug intakt bleibt, um die Brühe einzudicken.

Salzlake für optimale Textur

Um ein gleichmäßiges Garen zu gewährleisten, sollten die Bohnen nicht nur mit Salz, sondern auch mit etwas Backpulver eingelegt werden. Dadurch verändert sich der pH-Wert des Einweichwassers, wodurch Pektin abgebaut wird – das strukturelle Kohlenhydrat, das die Bohnen zäh macht. Backpulver fördert eine bessere Flüssigkeitszufuhr und ein gleichmäßiges Garen, was zu cremigen Innenräumen und zarten Häuten führt.

Vorsicht: Gehen Sie sparsam mit Backpulver um und spülen Sie die Bohnen nach dem Einweichen gründlich ab, um Seifen- oder Bittergeschmack zu vermeiden. Das Ergebnis ist eine deutlich verbesserte Textur.

Die richtige Gerste auswählen

Graupen ohne äußere Kleie sind das einzige Getreide, das in diesem Rezept richtig funktioniert. Durch die Verarbeitung kocht es gleichmäßig und setzt nach und nach Stärke frei, wodurch die Suppe eingedickt wird, ohne klebrig zu werden. Geschälte, schnell kochende oder vorgedämpfte Gerste verhält sich nicht so.

Das Ersetzen durch andere Getreidearten – Farro, Weizenbeeren, Reis – stört das Flüssigkeitsverhältnis und den Zeitpunkt, was zu einer wässrigen oder übermäßig dichten Suppe führt. Gerste sorgt für eine ausgeprägte Nussigkeit und Süße, die zu Olivenöl, Lorbeerblättern und Bohnen passt.

Servieren und Genießen

Traditionell wird diese Suppe sehr dickflüssig serviert, fast wie Brei. Passen Sie es mit heißem Wasser an, wenn es zu dicht wird. Vor dem Servieren mit frischer Petersilie, einem Schuss Olivenöl und einem Schuss Rotweinessig abschließen. Diese Suppe lässt sich am besten heiß genießen und lässt sich am nächsten Tag wunderbar aufwärmen.

Das ist zwar bescheidenes Essen, aber es hält Sie auch an den kältesten Wintertagen warm, satt und zufrieden.