Das mit Spannung erwartete Biopic Michael, dessen Veröffentlichung für den 24. April geplant ist, steht vor einer erheblichen Erzähl- und Werbehürde: der völligen Abwesenheit von Janet Jackson. Obwohl der „Rhythm Nation“-Sänger eine der einflussreichsten Figuren der Popmusik und ein Geschwister ist, das eine tiefe Bindung zu Michael pflegt, ist er im Film nicht präsent.
Eine bereinigte Zeitleiste
Der vom Nachlass von Michael Jackson genehmigte Film scheint eine kuratierte Herangehensweise an das Leben der Pop-Ikone zu verfolgen. Die Erzählung folgt seinem Werdegang von seiner Kindheit in Gary, Indiana, bei den Jackson 5, bis zu seinem weltweiten Superstar-Auftritt, endet aber abrupt im 1988.
Indem die Geschichte in den späten 80ern endet, vermeidet die Produktion die kontroverseren und dunkleren Kapitel aus Michaels späterem Leben. Diese Zeitleiste umgeht jedoch praktischerweise auch die komplexen Familiendynamiken, die seine persönliche Welt prägten – insbesondere seine Beziehung zu Janet.
Interne Familienkonflikte und der Nachlass
Die Entscheidung von Janet Jackson, die Teilnahme abzulehnen, ist nicht nur eine berufliche Entscheidung, sondern spiegelt eine langjährige Kluft zwischen mehreren Jackson-Geschwistern und der Verwaltung von Michaels Nachlass wider.
Die Spannung rührt von tief verwurzelten rechtlichen und ethischen Meinungsverschiedenheiten her:
– Vorwürfe der Misswirtschaft: Im Jahr 2012 beschuldigten Janet und mehrere ihrer Geschwister (Jermaine, Randy, Tito und Rebbie) die Nachlassverwalter – John Branca, John McClain und Howard Weitzman –, ihre Mutter Katherine Jackson missbräuchlich behandelt zu haben.
– Testamentsstreitigkeiten: Die Geschwister haben zuvor behauptet, Michaels letztes Testament sei betrügerisch gewesen, und warfen den Nachlassverwaltern vor, dass sie Reichtum und Macht über das Wohlergehen der Familie stellten.
– Vermächtnis vs. Gewinn: Diese Spannungen deuten auf eine grundlegende Kluft zwischen denen hin, die das Anwesen als Hüter von Michaels Erbe betrachten, und denen, die es als eine kommerzielle Einheit betrachten, die auf Gewinn ausgerichtet ist.
Der Stand von Paris Jackson
Die Skepsis gegenüber dem Film beschränkt sich nicht nur auf Janet. Auch Michaels Tochter Paris Jackson hat sich von dem Projekt distanziert. Ihre Bedenken spiegeln sich in den jüngsten Gerichtsakten wider, die darauf hindeuten, dass sie davon überzeugt ist, dass der Nachlass zu einem Mittel zur persönlichen Bereicherung für seine Manager und nicht zu einer Möglichkeit geworden ist, den Begünstigten zu dienen.
Paris hat lautstark ihre Unzufriedenheit mit der Genauigkeit des Films zum Ausdruck gebracht. In einem aktuellen Social-Media-Beitrag verdeutlichte sie ihre Haltung:
„Ich habe einen der ersten Entwürfe des Drehbuchs gelesen und mir Notizen darüber gemacht, was unehrlich war/nicht zu mir passte, und als sie es nicht angesprochen haben, habe ich mein Leben weitergeführt.“
Ihre Kommentare heben ein kritisches Thema für Biopics hervor: den Kampf zwischen historischer Wahrheit und nachlassrechtlich sanktioniertem Geschichtenerzählen. Wenn ein Film von den Unternehmen kontrolliert wird, die die Finanzen einer Berühmtheit verwalten, wird die „Wahrheit“ oft zu einem zweitrangigen Anliegen der Markenführung.
Ein geteilter Empfang
Die Produktion weist eine bemerkenswerte familiäre Verbindung auf: Jafaar, der Sohn von Jermaine Jackson, porträtiert Michael. Während Berichten zufolge Janet die Leistung ihres Neffen gelobt hat, bleibt ihre Abwesenheit von der Leinwand für die Fans eine eklatante Leere.
Während Michael aufgrund der riesigen weltweiten Fangemeinde des Sängers voraussichtlich eine gute Leistung an den Kinokassen erzielen wird, steht der Film vor einem harten Kampf mit Kritikern und eingefleischten Fans. Für diejenigen, die Michael Jackson durch die Linse seines gesamten Lebens und seiner Familie betrachten, könnte ein Film, der seine Schwester ausschließt und die Komplexität seines Nachlasses ignoriert, unvollständig erscheinen.
Fazit: Die Abwesenheit von Janet Jackson in der Michael -Biografie signalisiert einen tieferen, ungelösten Konflikt zwischen der Familie Jackson und dem Nachlass, der Michaels Erbe verwaltet, und wirft Fragen über die letztendliche Genauigkeit des Films und seine Darstellung des wahren Lebens des Sängers auf.


























